Donnerstag, 5. Mai 2005, Christi Himmelfahrt
10.00 Uhr bis ca. 17.00 Uhr
Pilgern zwischen Himmel und Erde
An den romanischen Wehrturm in Ilten lehnt sich die barocke Kirche an. Der hohe Altar aus Lindenholz stammt vermutlich vom Hildesheimer Meister Ernst Dietrich Bartels. Durch die Feldmark geht es zum Mittellandkanal und Richtung Kronsberg. Das hannoversche freie Theater „fensterzurstadt“ begleitet den Weg, thematisiert das Gehen mit Interventionen, kommt entgegen, läuft davon, bleibt zurück. Sind die Schauspieler Agenten des zielgerichteten Wegs, verdeckte Mitarbeiter der Reiseleitung? „fensterzurstadt“ hat eine Vorliebe für unkonventionelle Bühnen, sei es ein leerstehender Laden in der Betonwüste des Ihmezentrums oder das Amtsgericht Hannover. Das Ensemble um Ruth Rutkowski und Carsten Hentrich erhielt jüngst den Kulturpreis „pro visio“ der Stiftung Kulturregion Hannover für die Produktion „Ich Ich Ich“.
Expo-Architektur
Der Kronsberg bietet einen imposanten Panoramablick über die Stadt. Nach einer Vesper geht es zum evangelischen Kirchenzentrum Kronsberg. Es ist Mittelpunkt eines Neubaugebiets, das zur EXPO 2000 nach Maßstäben der Agenda 21 erbaut wurde. Die strenge Glas- und Stahlarchitektur der Kirche birgt eine Skulptur des Bildhauers Ulrich Rückriehm. Neben der Kirche umfasst das Gelände eine Reihe von Miet-und Eigentumswohnungen, die nach dem Vorbild einer Klosteranlage aufeinander bezogen sind. Auf der Wanderung durch den Stadtteil Kronsberg ist weitere spektakuläre Architektur zu sehen.
Kloster „Vollkommene Erleuchtung“
In Hannover-Mittelfeld steht seit Anfang der 90er Jahre eines der größten buddhistischen Klöster Europas, die Pagode „Vien Giac“, zu Deutsch: Vollkommene Erleuchtung. Sie ist religiöser und kultureller Mittelpunkt der in Deutschland lebenden Vietnamesen. Der festliche und farbenfroh geschmückte Altarraum bildet den Rahmen für eine meditative Lesung der Schauspielerin Christine Oesterlein. Ihre Geschichte spielt im 11. Jahrhundert in Tibet und erzählt aus dem Leben der Nonne Nangsa Obum.
Klänge von dieser Welt
Die Schlagwerkerin Robyn Schulkowsky begleitet die Rezitation. Gebaute Klänge fügen sich ein in die Erzählung und behalten doch ihre kompositorische Eigenständigkeit. Robyn Schulkowsky lebt in Berlin. Sie ist eine der innovativsten Percussionistinnen auf dem Feld der Neuen Musik und wurde bekannt durch Projekte mit Chick Corea, John Cage, Morton Feldman. Christine Oesterlein spielte 24 Jahre Theater an der Berliner Schaubühne unter Peter Stein.
Die vegetarische Pilgerspeise zum Abschluss der Tageswanderung kommt aus der vietnamesischen Küche des Klosters.
Online Anmeldung unter: peregrinatio.hermannshof.de
Eintritt: Frei, Spende erbeten
Download: Wanderkarte, Infos zu Ablauf- und Logistik [ PDF | 424K ]
