Musik
Rollin' 20s

JazzArt Niedersachsen 2022

Rollin' 20s

Zeitgenössischer Jazz trifft Musiktradition der 1920er Jahre. Der Clou: Videokunst zwischen Jazz und Art Déco ist integraler Bestandteil von Komposition und Improvisation, wird visuelles Instrument auf der Bühne zusammen mit Stimme, variablen Bläsern und Rhythmusgruppe.

Der Saxofonist und Komponist Ulli Orth, künstlerischer Kopf und Ideengeber, hat auch in diesem Jahr ein hochkarätiges Ensemble zusammengestellt. Sieben Musikerinnen und Musiker aus Hannover, Essen und Berlin spielen exklusive Eigenkompositionen im „Spirit“ der 20er Jahre zweier Jahrhunderte. Die Medienkünstlerin cylixe spielt zu der Musik eigene Live-Videokompositionen aus Clips der 1920er sowie kontemporäre Aufnahmen. Sound bewegt sich impulsiv und bunt, ein 8mm Flatterherz, glitzernde Füße aus Tiffany-Glas. Geometrie, Verläufe, Loops und Effekte. All das wird zwischen die Musizierenden projiziert, die Bilder springen durch die Zeit hundert Jahre hin und zurück.

Demonstrationen, Gewalt, Zerstörung, die Suche nach Ordnung und Zukunft. Freiheit! Selbstverwirklichung! Armut und Hunger — Überfluss und ausschweifende Partys. Technische Umwälzungen. Grenzenlose Umweltverschmutzung. Zerrissenheit von Politik und Gesellschaft. Kommt uns das nicht allzu bekannt vor? Haben nicht die Zustände und Themen im hier und jetzt der beginnenden 20er Jahre sehr viel gemein mit denen des letzten Jahrhunderts? Wirkt sich das nicht auch auf die Kunst aus? Diesen Fragen, den Ähnlichkeiten und den Unterschieden, stellt sich das aktuelle JazzArt Niedersachsen Ensemble mit einem experimentellen Programm.

Lars Kuklinski bearbeitet Stücke von Hans Eisler, die er kompositorisch für das Ensemble erweitert und in die Gegenwart bringt. Ulli Orth nimmt einen Charleston als Vorlage, den er in freie Improvisationen überführt. Anja Ritterbusch komponiert Songs mit eigenen Texten über die wilden 20er und setzt ihre samtweiche und zugleich prononcierte Stimme wie ein Instrument ein. Eike Wulfmeier verknüpft den Hot Jazz mit Hard Bop-Grooves und Minimal-Music-Elementen aus der Neuen Musik. Und auch die Kompositionen von Fynn Großmann erhalten ihren letzten Schliff in den gemeinsamen Endproben zusammen mit den Videofeeds von cylixe.Zeitgenössischer Jazz trifft Musiktradition der 1920er Jahre. Der Clou: Videokunst als visuelles Instrument auf der Bühne zusammen mit Stimme, variablen Bläsern und  Rhythmusgruppe. Video als integraler Bestandteil von Komposition und Improvisation.

Der spannende Ansatz und die erlesene Auswahl der Musikerinnen und Musiker um den Saxophonisten Ulli Orth versprechen außergewöhnliche Konzerterlebnisse voller exklusiver Kompositionen — transparent, farbenreich, Groove- und Loop-basiert. Nicht verpassen!


Nach einer Probenphase auf dem Hermanshof geht das JazzArt Ensemble mit seinem brandneuen Programm auf eine Tournee mit Konzerten in ganz Niedersachsen. Startpunkt ist das Klecks-Theater in Hannover. Alle Termine s.u.!

Anja Ritterbusch
Sängerin, Komponistin, Darstellerin und Gesangsdozentin. Sie studierte Jazzgesang an der HMTM Hannover und schloss 2013 ihr Studium am Royal Conservatoire of Scotland mit einem Master in Musical Theatre Performance mit Auszeichnung ab. Sie erhielt Unterricht und Impulse u.a. bei Noelle Turner, Fay Claassen, Norma Winstone, Gretchen Parlato, Laurie Antonioli, Theo Bleckmann, Maria Joao, Kate McGarry, Richie Beirach, R.A. Ramamani, Anne-Marie Speed und den New York Voices.
Mit zahlreichen Projekten von Jazz bis Musiktheater ist sie auf Konzert-, Theater- und Festival-Bühnen sowie im Rundfunk zu erleben. Konzerte führten sie bereits nach Indien, durch halb Europa und ganz Deutschland. In ihrer Musik verschmelzen ausgefeilte Komposition, spontane Improvisation und ausdrucksstarke Texte miteinander und sorgen für eine gelungene Mélange aus Tiefe und Intensität. 
Anja war in mehreren Musiktheaterproduktionen zu sehen, u.a. beim Edinburgh Fringe Festival und im Londoner St. James Theatre.

Lars Kuklinski
studierte Trompete – Jazz und später Klassik  – an der Folkwang Hochschule Essen. Er ist mehrfacher Preisträger des Jazzpodium Niedersachsen, unter anderem mit seinem eigenen Quartett und Septett, sowie Gewinner des Förderpreises Jazzwerk Ruhr. CD-Veröffentlichung hierdurch mit Natalie Hausmanns Le Diffus und Andre Matovs Garage. Mehrmals Mitglied im Jazz-Art-Ensemble Niedersachsen unter anderem mit Ulli Orth, Peter Witte, Bernd Homann, Volker Winck. Auf Konzerten und Tourneen spielte er u.a. mit Nyugen Lee, David Freedman, Trilok Gurtu, Rocko Schamoni, Matthias Nadolny, Jean Louis Rassinfosse, Otto Sander, Christof Thewes, Rudi Mahall, Mike Svoboda, Gunter Hampel. Als Mitglied der Band „Club des Belugas“ spielt er regelmäßig in Deutschland, Holland, Moskau, Lissabon, Sofia, Bukarest. Außerdem tourte er als Gast von Wiglaf Droste und dem Spardosen-Terzett deutschlandweit mit dem Peter Hacks-Programm „Seit Du da bist auf der Welt“. Diverse Produktionen für NDR, WDR, SWR, Radio Bremen, am Grillo Theater Essen, Theater Oberhausen, Residenztheater München, Theater Bonn und Schauspielhaus Bochum, wo er unter anderem die Musik zu der Inszenierung „Kasimir und Karoline“ komponierte.

Fynn Großmann
der Crossover-Musiker und Komponist studierte an der HMTM Hannover und absolvierte ein Masterstudium im angesehenen Dr.-Langner-Jazzmaster-Programm der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. 
Seine aktuelle Band - das „Fynn Großmann Quintett“ - ist Preisträger des „Jazzpreis Hannover“ und des „Jungen Münchner Jazzpreises“ und veröffentlichte bereits 2 Alben bei NWog–Records, dem Label des Jazzposaunisten Nils Wogram. Zurzeit ist er Saxophonist im „Polizeiorchester Niedersachsen“ und trat mit seinen eigenen Projekten und Formationen u.a. bei namenhaften Festivals wie „Jazz Baltica“, „JazzTrain Hamburg“, „Jazzfest Berlin“, „Jazzwoche Hannover“ oder der „Kieler Woche“ auf. Konzertreisen führten ihn neben ganz Deutschland auch nach Frankreich, Dänemark, Italien und China. Er erhielt Kompositionsaufträge von verschiedenen Ensembles wie der „Norddeutschen Sinfonietta“, der „KKS-Bigband“ oder der Stadt Hannover und ist zusätzlich als Pädagoge und Workshopleiter tätig. 

Ulli Orth
bewegt sich seit Jahren stilsicher im alten wie auch im neuen Jazz. Er sammelte musikalische Erfahrungen in vielen Besetzungen vom Duo bis zur Big Band. Er ist ein gefragter Solist und Lead–Altsaxophonist in mehreren Big Bands. Er ist auch als Komponist tätig. Zu seinen Werken gehören neben zahlreichen Big-Band Kompositionen auch Musik, die sich im Spannungsfeld zwischen Jazz und Kammermusik bewegt, wie z.B. Musik für Streichquartett und Saxophon, Bearbeitungen einiger Werke der Barock- und Renaissance-Musik. Er schrieb auch ein Konzert für Saxophon und Symphonieorchester. Ulli Orth spielte auf zahlreichen Festivals im In- und Ausland und ist mehrfacher Preisträger des Jazzpodium Niedersachsen. Er erhielt ein Künstler- Jahresstipendium und Arbeits-Stipendium vom Land Niedersachsen und ist seit Jahren als Intendant und künstlerischer Leiter des Projekts JazzArt tätig. Ulli  spielte vor allem mit Roger Cicero und Big-Band und in der Lutz Krajenski Big Band. Darüberhinaus ist er auch als Saxophonlehrer tätig. 
Aktuelle und bisherige Ensembles: Ulli Orths Quintessence, Ulli Orths Adderley Memorial Band, Ulli Orth Quintett, Lars Kuklinski Quartett und Septett, Ulli Orth/ Detlef Landeck Quintett, Herbert Hellhund Sextett, Experimenti Berlin, Jazzorchester Niedersachsen 

Eike Wulfmeier
Der Jazzpianist und Komponist ist längst mehr als ein Geheimtipp in der deutschen Jazzszene. Derzeit ist er als Musiker und Komponist in einer Vielzahl von Ensembles aktiv: Mit seinem Trio „Center“ veröffentlichte er drei CDs und wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem zweiten Platz beim 'Neuen Deutschen Jazzpreis', dem 'Jazzpodiums-Preis‘. Er gründete das Eike Wulfmeier Trio, zuvor sein Septett 'Eike Wulfmeier – Seven'. Mit dem Bassisten Michael Gudenkauf betreibt er das Projekt 'Personality Standards'. Ferner ist er als Komponist und/oder Pianist unter anderem aktiv in Anja Ritterbusch's Quartett, dem Ensemble 'Blue and Mirror', sowie der Big Band 'Fette Hupe', Klaus Spenckers Elements u.a.
Neben CD-Veröffentlichungen eigener Projekte kann man Eike Wulfmeier als gefragten Sideman auf zahlreichen weiteren Produktionen hören. Die Musik reicht von Modern/ Mainstream Jazz über internationale Produktionen mit israelischem Jazz oder schottisch- deutscher Musik, bis hin zu neuen modernen Jazz-Strömungen in unterschiedlichsten Besetzungen. Eike gibt Workshops und Masterclasses und unterrichtet als Dozent an der HMTM Hannover.

Clara Däubler
Die Kontrabassistin absolvierte ihr Jazz-Kontrabass-Studium an der HMTM Hannover bei Detlev Beier. Außerdem nahm sie Unterricht bei Marc Muellbauer.
Sie spielte u.a. mit Julia Hülsmann, Sunna Gunnlaugs, Angelika Niescier, Nils Wogram, Heinrich Köbberling, Ed Kröger sowie der NDR Radiophilharmonie. Zahlreiche Konzerte führten sie durch Deutschland (u.a. Jazz Open Hamburg, Jazz Baltica, Kurt Weill Fest Dessau, Winterjazz Köln, Platzhirsch Festival Duisburg, sowie nach Island, Kasachstan, Kirgistan, Turkmenistan, Frankreich, Dänemark, Litauen, Kanada, Iran, in die Niederlande und USA. Mit dem Fynn Großmann Quintett erhielt sie den „Jungen Münchner Jazzpreis“ und den „Jazzpreis Hannover“. CD-Veröffentlichungen mit Lars Stoermer Quartett, Hannes Dunker Trio und Watten, Fynn Großmann Quintett, Fette Hupe, Spaces. Ehrenamtlich organisierte sie in Hannover fünf Jahre lang die „Linden Jazzsessions“ und initiierte die Konzertreihe „Jazz am Emmichplatz“.

Lizzy Scharnofske
studierte Jazz Drums in Amsterdam und Paris. Sie tourte national und international als Sidewoman (Peaches, IAMX u. a.) und gewann im Laufe ihrer Karriere verschiedene Preise, unter anderem den Solistenpreis »Neuer Deutscher Jazzpreis Mannheim«.
Sie arbeitet außerdem als Produzentin, Komponistin und Studiodrummerin und ist Mitbegründerin des Modern Jazz Trios Center und der Impro-Elektro Band YNT.berlin. Seit Jahren performt sie mit ihrem Solo Projekt LIZZY eine multimediale Robo-Drum Show mit selbstentwickeltem 3D Drum Dress. Mit diesem Schlagzeug am Körper ist sie in der Musik-Technologie Szene aktiv und veröffentlichte 2020 ihr Solo Album im weltweit ersten CD Case mit Hologramm Bühne.

cylixe
arbeitet als Medienkünstlerin international und interdisziplinär. Ihre Werke entstehen entlang sozialer und politischer Bruchlinien, durch menschliche Netzwerke und Realitäten. 
Ihre Arbeiten haben oft dokumentarische Ansätze und spinnen sich von prekärer Gegenwart zu fragiler Zukunft. Sie studierte Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig sowie an der Universidade das Belas Artes Lissabon und war Meisterschülerin bei Corinna Schnitt. Dazu nahem sie teil am Master Programm Fotografie, Video & verwandte Medien an der School of Visual Arts, New York. Sie arbeitet freiberuflich in Berlin
Ihre Stationen: Künstlerresidenz Les Tanneries, Amilly, Frankreich; Künstlerresidenz HFNW & Atelier Mondial, Basel; Stipendiatin der jungen Akademie, Akademie der Künste, Berlin; Künstlerresidenz Villach, Kärnten; Recherche & Dreharbeiten in Mumbai, Indien; Künstlerresidenz Stiftung Bösenberg, Meinersen; Künstlerresidenz, Künstlerstadt Kalbe.

Rahmenprogramm
24.10.
20:00 Uhr

Rollin' 20s - Konzert in Hannover

JazzArt Niedersachsen

Klecks-Theater Hannover

Musik
25.10.
20:00 Uhr

Rollin' 20s - Konzert in Osnabrück

JazzArt Niedersachsen

Lagerhalle Osnabrück

26.10.
20:00 Uhr

Rollin' 20s - Konzert in Wilhelmshaven

JazzArt Niedersachsen

Pumpwerk Wilhelmshaven

28.10.
20:00 Uhr

Rollin' 20s - Konzert in Jever

JazzArt Niedersachsen

LOK Kulturzentrum Jever

29.10.
20:00 Uhr

Rollin' 20s - Konzert in Nienburg

JazzArt Niedersachsen

Kulturwerk Nienburg

30.10.
20:00 Uhr

Rollin' 20s - Konzert in Uslar

JazzArt Niedersachsen

KulturBahnhof Uslar

Förderer:

Niedersächsische Sparkassenstiftung Stiftung Niedersachsen Land Niedersachsen