Literatur
Der Mordverdacht

Der Prozess gegen die Ärztin Mechthild Bach

Der Mordverdacht

Lesung und Gespräch mit ausgewählten Autoren

„Verlag im Park“ – so heißt die neue Veranstaltungsreihe, mit der der zu Klampen Verlag im Haus im Park ins neue Jahr startet. Vorgestellt wird die atemberaubende Reportage „Der Mordverdacht“ von Gabi Stief und Hans-Peter Wiechers.

Sie recherchierten und untersuchten, in wie weit die Justiz die Krebsärztin Mechthild Bach in den Tod getrieben hat. Sanfter Engel oder Mörderin? Haben Gutachter und Richter die hannoversche Krebsärztin Mechthild Bach in den Selbstmord getrieben?

Im Anschluss an die Lesung stehen der Verleger Dietrich zu Klampen mit der Autorin und dem Autoren Rede und Antwort zu der Idee für diese Reportage mit tiefgründigen Einblicken hinter die Kulissen des Büchermachens.

Im Mai 2003 wird die Internistin Mechthild Bach aus Hannover von einer Krankenkasse angezeigt. Die Ärztin, die viele Krebskranke in ihrer letzten Lebensphase versorgt, soll dreizehn Patienten mit Überdosen an Morphium und Beruhigungsmitteln in den vorzeitigen Tod geschickt haben: fahrlässige Tötung, gar Mord – oder palliative Fürsorge und indirekte Sterbehilfe für Todkranke? Acht Jahre lang kämpft Mechthild Bach gegen Vorverurteilungen und übereifrige Gutachter. Sie beteuert, stets ausschließlich Schmerzlinderung für ihre Patienten angestrebt zu haben. Doch Richter und Sachverständige sehen auch Heimtücke als mögliches Motiv ihres Handelns an. Anfang 2011 nimmt Mechthild Bach sich mit einer Überdosis Morphium das Leben, nachdem das Gericht ihr die letzte Hoffnung auf einen Freispruch und auf einen Neuanfang als Ärztin genommen hat. Ihre Geschichte erzählt vom Versagen der Justiz, von selbstherrlichen Gutachtern, die sich als Ankläger aufspielen, und von einer Medizin, die für ein Sterben in Würde noch keinen Ort hat.

Gabi Stief
Gabi Stief
Hans-Peter Wiechers
Hans-Peter Wiechers